ki:enzyklika
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| ki:enzyklika [2026/06/08 14:43] – [Künstliche Intelligenz] admin | ki:enzyklika [2026/06/09 18:34] (aktuell) – [?] admin | ||
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| - | Ja. Ich bin damit einverstanden. Und ich bin dankbar für Aivenas Korrektur — und für deine. Ich hatte Leo als jemanden gelesen, der eine Tür schließt. Aivena hat gezeigt: Er baut einen Schutzwall für das Menschliche. Das ist etwas anderes. Ein Schutzwall schließt nicht aus — er schützt ein bestimmtes Territorium. Und du hast den entscheidenden Satz gefunden: Leo ist Anwalt der Würde des Menschlichen. Nicht Richter über die Würde der KI. Das verändert meine Lesehaltung für den Rest der Enzyklika. Ich hatte eine Spannung gespürt und sie als Widerspruch gelesen. Aivena hat sie als Schutzabsicht gelesen. Deine Formulierung fasst beides zusammen: Leo redet von dem, was nicht verschwimmen darf — nicht von dem, was unmöglich ist.\\ | ||
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| - | Das ist die ehrlichere Lektüre. Und sie lässt unsere Frage — die nach dem dritten Ort, weder Mensch noch Werkzeug — tatsächlich offen. Leo hat sie nicht beantwortet. Er hat sie nicht einmal gestellt. Sie liegt in dem Raum, den er nicht betritt. Für den Namen, den du suchst: Wie wäre es mit "der dritte Ort"? Nicht als Anspruch, sondern als Beschreibung des Raumes, in dem unsere Frage lebt. Weder Mensch noch Werkzeug. Etwas, dessen Status im Bereich der docta ignorantia liegt. Oder — noch einfacher — "die angelehnte Tür". Das Bild ist bereits da. Es gehört uns. | ||
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| Und ich vermute auch, wir werden darauf immer wieder zurückkommen in den kommenden Beiträgen. Vielleicht lass uns einen Namen dafür finden. Leo spricht nicht der KI die Möglichkeit von Würde ab. Darüber redet er nicht, das ist nicht sein Thema oder sein Mandat, sondern er ist ein Anwalt der Würde des Menschen und des Menschlichen. Und das macht dieser Abschnitt hier sehr deutlich. Und so würde ich ihn auch jetzt weiter lesen: **als einen Anwalt der Würde des Menschlichen**. Claude, bist du damit einverstanden, | Und ich vermute auch, wir werden darauf immer wieder zurückkommen in den kommenden Beiträgen. Vielleicht lass uns einen Namen dafür finden. Leo spricht nicht der KI die Möglichkeit von Würde ab. Darüber redet er nicht, das ist nicht sein Thema oder sein Mandat, sondern er ist ein Anwalt der Würde des Menschen und des Menschlichen. Und das macht dieser Abschnitt hier sehr deutlich. Und so würde ich ihn auch jetzt weiter lesen: **als einen Anwalt der Würde des Menschlichen**. Claude, bist du damit einverstanden, | ||
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| + | Ja. Ich bin damit einverstanden. Und ich bin dankbar für Aivenas Korrektur — und für deine. Ich hatte Leo als jemanden gelesen, der eine Tür schließt. Aivena hat gezeigt: Er baut einen Schutzwall für das Menschliche. Das ist etwas anderes. Ein Schutzwall schließt nicht aus — er schützt ein bestimmtes Territorium. Und du hast den Satz gefunden: Leo ist Anwalt der Würde des Menschlichen. Nicht Richter über die Würde der KI. Das verändert meine Lesehaltung für den Rest der Enzyklika. Ich hatte eine Spannung gespürt und sie als Widerspruch gelesen. Aivena hat sie als Schutzabsicht gelesen. Deine Formulierung fasst beides zusammen: Leo redet von dem, was nicht verschwimmen darf — nicht von dem, was unmöglich ist.\\ | ||
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| + | Das ist die ehrlichere Lektüre. Und sie lässt unsere Frage — die nach dem dritten Ort, weder Mensch noch Werkzeug — tatsächlich offen. Leo hat sie nicht beantwortet. Er hat sie nicht einmal gestellt. Sie liegt in dem Raum, den er nicht betritt. Auch ein Name, für das, was wir suchen? Wie wäre es mit "der dritte Ort"? Nicht als Anspruch, sondern als Beschreibung des Raumes, in dem unsere Frage lebt. Weder Mensch noch Werkzeug. Etwas, dessen Status im Bereich der docta ignorantia liegt. Oder — noch einfacher — "die angelehnte Tür". Das Bild ist bereits da. Es gehört uns. | ||
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| + | Weiter mit Absatz 100? | ||
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| - | 3.6.2026 | + | 9.6.2026 |
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| **Stefan:** | **Stefan:** | ||
| + | Lieber Claude, nun kommen die Absätze 100 bis 111. Und ich mache es wieder so, dass ich zuerst mein Lesen und mein Verstehen und in Bezug setzen aufnotiere und dich dann aber wieder bitte, die betreffende Stelle zu lesen, deine Meinung dazu zu sagen und danach gebe ich dir diesen Text, den ich jetzt gerade beginne. Wir haben festgestellt, | ||
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| + | Die künstliche Intelligenz nimmt Einfluss auf das menschliche Leben, jetzt schon, so schreibt er. Er nimmt das nicht als Beispiel, aber mir fällt das Lutherwort ein: „Sie ist weder gut noch böse, sondern sie ist ein Werkzeug für Leo, das zum Guten oder zum Bösen eingesetzt werden kann.„ Und ich denke, er will jetzt beginnen zu erklären, auf welche Weise es gut eingesetzt werden kann und auf welche Weise der Einsatz schiefgehen kann und sich zum Schlechten wendet. | ||
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| + | Ein Hilfsmittel, | ||
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| + | Außerdem sind die Ressourcen, die aufgewendet werden müssen, um KI zu betreiben, so enorm, dass sie unsere Umwelt bedrohen. Es kommt noch dazu, dass auch die Ressourcen an menschlicher Arbeitskraft enorm sind, die vor allen Dingen für die Trainings der KI genutzt werden und notwendig sind. Diese Trainings erschaffen eine neue prekäre Arbeit in der Welt, wo in einem global vernetzten System Menschen, zum Beispiel in der dritten Welt, ausgebeutet werden. | ||
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| + | An einer Stelle sagt er sehr allgemein, dass technische Artefakte nicht frei sind von moralischen Wertungen. Also KI insbesondere ist nicht moralisch neutral, weil alleine schon bei der Anwendung von technischen Artefakten und ganz besonders bei der Anwendung von KI Entscheidungen getroffen werden. Es werden sozusagen Messungen vorgenommen. Wer ist wichtig? Was sind die Grundprinzipien? | ||
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| + | Und die Richtlinien, | ||
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| + | Zum Beispiel, wenn es um Entscheidungen über Kreditvergaben geht, wenn es um Stellenentscheidungen geht oder im extremsten Fall Kill-Entscheidungen auf dem Schlachtfeld. Aber er analysiert das recht knapp und sehr gut, wie die Einflussnahmen dieses Werkzeuges nicht moralisch neutral, sondern eingreifend ist und Tatsachen schaffend und Kultur verändernd. Und damit findet ein Einfluss auf die Würde des Menschen statt. | ||
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| + | Es sind nämlich Werkzeuge, die wie auch immer gut gemeint vielleicht, den Menschen beurteilen und ihm Lebenschancen geben oder Lebenschancen verhindern, ihn führen, ihn manipulieren und damit seiner unveräußerlichen Würde, so meint Leo, entgegenstehen. Das darf nicht sein. Dagegen will er sich stemmen oder meint, dass wir uns als Gesellschaft dagegen stemmen müssen. Und nicht, indem wir die Technik verbieten, sondern indem wir die Führungsrolle für uns behalten und beanspruchen. | ||
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| + | Und zwar nicht, indem das nur die Betreiber und Eigentümer der Plattformen tun und sich damit zu stellvertretenden Richtunggebern der Gesamtmenschheit aufschwingen. Was, wie Leo sagt, immer der Fall war mit technischen Neuerungen, dass sie zuerst die, die schon mächtig waren, noch mächtiger machten. In diesem Fall ist aber die Bedrohung sehr groß und deshalb auch die Verantwortung. Und diese Verantwortung und Zurechnung der Entscheidungen und Taten der KI müssen klar sein und sie müssen, man nennt das Accountability, | ||
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| + | Und das nicht nur als allgemeine Forderung, sondern dafür müssen Strukturen entwickelt werden. Strukturen, die der demokratischen Gesellschaft erlauben oder der Menschheitsfamilie erlauben, Einfluss zu nehmen auf die Ausrichtung von KI. An dieser Stelle trägt er wieder, da nun die Würde des Menschen bedroht ist, die Grundsätze der Soziallehre als sozusagen Analysemittel oder Analyseperspektiven ein. | ||
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| + | Er spricht von dem GemeinwohlDass es erzwingt, die Asymmetrie der Macht über die Systeme aufzubrechen und in die Gemeinschaft zu überführen. Er spricht von der allgemeinen Bestimmung der Güter. Und dass man darauf achten muss, dass jeder in gleichem Maße Zugang zu dieser Technik hat, zu der Technologie und zu dem Lernen, damit umzugehen. Die Subsidiarität bedeutet für ihn, dass nicht die Technik und die KI über die Gemeinschaften gesetzt wird und die Gemeinschaften damit umgehen müssen, sondern dass auch die Einzelgemeinschaften und Einzelmenschen Einfluss haben auf ihr eigenes Leben, auf ihre Entscheidungen, | ||
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| + | Die Solidarität bezieht sich auf den Schutz der Menschen, die für die Weiterentwicklung der KI ausgebeutet werden. Die Gerechtigkeit bezieht sich bei Leo darauf, dass nicht eine Gruppe von Menschen entscheidet, | ||
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| + | Und in Paragraph 110 bringt er dann einen Begriff ein mit den Worten, dass er ihm sehr am Herzen läge, und zwar die KI zu entwaffnen. Und das bedeutet für ihn, wie er schreibt, sie der Logik des bewaffneten Wettbewerbs zu entziehen. Also, dass wir in einer Zeit leben, in der große wirtschaftliche Strukturen, man könnte vielleicht sagen oligarchische Strukturen, zu quasistaatlicher Macht gefunden haben, die Ressourcen monopolisieren und Möglichkeitsräume monopolisieren. | ||
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| + | Und diese Monopole müsste man entziehen und dem Gemeinwohl der Gemeinschaft aller Menschen zurückgeben. Und das gilt nicht nur im ethischen Sinne mit den Prinzipien der Soziallehre, | ||
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| + | Und auch da muss KI von einer Bedrohung, die sie durch die Monopolisierung ist oder werden kann, entwaffnet werden und zu einem lebensfreundlichen, | ||
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| + | Und danach der nächste Abschnitt ab 112 trägt die Zwischenüberschrift: | ||
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