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ludwig:projekttagebuch

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ludwig:projekttagebuch [2026/09/06 11:26] adminludwig:projekttagebuch [2026/09/06 11:49] (aktuell) admin
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 Ich weiß ja nicht, ob jedes kleine Dorf in Polen ein solches Vereinsheim hat am Waldrand. Es ist einer dieser Zufälle, die zu unglaubwürdig sind, um sie erfinden zu dürfen. Und ich komme mir auch jetzt noch etwas seltsam vor, wenn ich das hier berichte, aber so ist es passiert. Ohne große Erwartungen ging ich hin und dort wartete dann nicht nur Michał auf mich, sondern ausserdem Hajnel und Iwona, die beide Deutsch sprechen. Den Verein gibt es seit fünf Jahren und die drei sind tief interessiert in Geschichte, besonders in der Geschichte ihres eigenen Ortes und ganz besonders in der Geschichte genau dieses einen Tages 1939, als nämlich die Deutschen in Polen einmarschierten. Ich weiß ja nicht, ob jedes kleine Dorf in Polen ein solches Vereinsheim hat am Waldrand. Es ist einer dieser Zufälle, die zu unglaubwürdig sind, um sie erfinden zu dürfen. Und ich komme mir auch jetzt noch etwas seltsam vor, wenn ich das hier berichte, aber so ist es passiert. Ohne große Erwartungen ging ich hin und dort wartete dann nicht nur Michał auf mich, sondern ausserdem Hajnel und Iwona, die beide Deutsch sprechen. Den Verein gibt es seit fünf Jahren und die drei sind tief interessiert in Geschichte, besonders in der Geschichte ihres eigenen Ortes und ganz besonders in der Geschichte genau dieses einen Tages 1939, als nämlich die Deutschen in Polen einmarschierten.
  
-Hajnel ist als Historiker und Lehrer ein Spezialist für die Bewegungen der deutschen Panzerbrigaden damals und er will von mir ganz genau wissen, welches Regiment und welcher Truppenteil… und er kann es gar nicht fassen, dass jetzt nach 87 Jahren aus dem Nichts etwas auftaucht, ein Text auftaucht, der dem, was im Dorf in Ansätzen noch bekannt ist – Hajnel hat das recherchiert – dass nämlich genau an dieser Stelle und genau in dieser Nacht des 01.09.1939 zuerst Motorräder und dann einige Fahrzeuge knatternd aus dem Wald kamen.+Hajnel beschäftigt sich intensiv mit den Bewegungen der deutschen Verbände und hat dafür unter anderem in Freiburg recherchiert. Er will von mir ganz genau wissen, welches Regiment und welcher Truppenteil… und er kann es gar nicht fassen, dass jetzt nach 87 Jahren aus dem Nichts etwas auftaucht, ein Text auftaucht, der dem, was im Dorf in Ansätzen noch bekannt ist – Hajnel hat das recherchiert – dass nämlich genau an dieser Stelle und genau in dieser Nacht des 01.09.1939 zuerst Motorräder und dann einige Fahrzeuge knatternd aus dem Wald kamen.
  
-Das ist spiegelbildlich das, was Ludwig in seinem Tagebuch erzählt, denn er war auf diesem Motorrad und nach ihm kamen tatsächlich einige gepanzerte Fahrzeuge. Darüber gibt es (nach Hajnels Recherchen) keinerlei sonstigen Bericht in den großen historischen Betrachtungen. Urplötzlich kommt mit Ludwigs Feldtagebuch ein minutiöser Ablauf dieses ersten Tages genau an diesem Ort. Zehn Schreibmaschienenseiten handeln von diesem Moment, kein anders Ereignis behandelt Ludwig so genau: Was genau dort in dieser Nacht passiert ist, wo sie langgefahren sind, wie die Leute reagiert haben, wen sie gesehen haben, wer wo wann geschossen oder auch zugejubelt hat. Für Michał, Iwona und Hajnel ist das genauso unglaublich wie für mich. Wir sitzen zusammen und reden bei Kaffee und Kuchen, vier beglückte und leicht fassungslose Menschen.+Das ist spiegelbildlich das, was Ludwig in seinem Tagebuch erzählt, denn er war auf diesem Motorrad und nach ihm kamen tatsächlich einige gepanzerte Fahrzeuge. Darüber gibt es (nach Hajnels Recherchen) keinerlei sonstigen Bericht in den großen historischen Betrachtungen. Urplötzlich kommt mit Ludwigs Feldtagebuch ein minutiöser Ablauf dieses ersten Tages genau an diesem Ort. Zehn     Schreibmaschinenseiten handeln von diesem Moment, kein anders Ereignis behandelt Ludwig so genau: Was genau dort in dieser Nacht passiert ist, wo sie langgefahren sind, wie die Leute reagiert haben, wen sie gesehen haben, wer wo wann geschossen oder auch zugejubelt hat. Für Michał, Iwona und Hajnel ist das genauso unglaublich wie für mich. Wir sitzen zusammen und reden bei Kaffee und Kuchen, vier beglückte und leicht fassungslose Menschen.
  
-Nach langen Gesprächen über die Hintergründe gehe ich wieder in den selben Wald, indem ich vorgestern schon war. Diesmal bin ich mit Ortskundigen, die seit ihrer Kindheit hier umher streifen, in den Seen dort schwimmen, in den Sümpfen spielen. Sie kennen diese Strecken hier ganz genau. Auch die überwucherten Ruinen und die Veränderungen der Landschaft. Wir glauben dann am Ende tatsächlich, Ludwigs Weg in dieser Nacht weitgehend rekonstruiert zu haben. Er kann vielleicht diesen oder jenen Damm zwischen den Teichen gegangen sein, aber Anfang und Ende seines Weges erscheinen eindeutig.+Nach langen Gesprächen über die Hintergründe gehe ich wieder in den selben Wald, indem ich vorgestern schon war. Diesmal bin ich mit Ortskundigen, die seit ihrer Kindheit hier umher streifen, in den Seen dort schwimmen, in den Sümpfen spielen. Sie kennen diese Strecken hier ganz genau. Auch die überwucherten Ruinen und die Veränderungen der Landschaft.
  
-Von Simforstso wie Ludwig schreibtdurch diesen Walddurch einige bisschen unwegsame Stellen und dann schließlich nach Bogunice hinein und von dort aus weiter auf einem Wegden die beiden Ortskundigen später (dann wieder mit Kaffe und Kuchen) auf Kartendie sie gesammelt haben, wirklich ausgezeichnete Karten (auch militärische Spezialkarten) aus genau dieser Zeit, als hier die Polnisch-Deutsche Grenze nach den Verträgen von Versailles verlief.+Der Korridorin dem Ludwig die Sumina und die grüne Grenze überquert haben mussliegt genau zwischen dem Aquapark und diesem Sportplatzan dem der historische Verein heute sein Vereinsheim hat. Ab „der Sandhalde“ und dem Eintritt nach Bogunice verdichten sich TagebuchGelände und örtliche Überlieferung so starkdass uns der weitere Weg weitgehend eindeutig erschien.
  
-Wir versprechen unsdass wir uns gegenseitig miteinander verlinken auf unseren Websites (Stowarzyszenie Eksploracyjno-Historyczne „RUDAWA“ul. Szkolna 21Bogunice — https://sehrudawa.pl/). +Von Simsforstso wie Ludwig schreibt, durch diesen Wald, durch einige bisschen unwegsame Stellen und dann schließlich nach Bogunice hinein und von dort aus weiter auf einem Weg, den die beiden Ortskundigen später (dann wieder mit Kaffe und Kuchen) auf Kartendie sie gesammelt habenwirklich ausgezeichnete Karten (auch militärische Spezialkartenaus genau der Zeit, als hier die polnisch-deutsche Grenze nach den Verträgen von Versailles verlief.
  
-Ich spiele das Lied von Wiktordem erfundenen polnischen Soldatender hier gekämpft hat in dieser NachtIch spiele es ab und Iwona gekonnt Gänsehaut. Dann spiele ich das Ludwig-Liedmache mir aber vorsichtige Gedanken davor und sage diese Gedanken, aber alle drei sind ganz dabei und ergriffenSie sagen mir, es sei völlig überflüssig, dass ich mir diese ängstlichen Gedanken mache, weil in Polen alle sehr offen seien und man sich gerade jetzt besonders interessiere für die wirklichen Ereignisse von damals+Wir versprechen unsdass wir uns gegenseitig miteinander verlinken auf unseren Websites (Stowarzyszenie Eksploracyjno-Historyczne „RUDAWA“ulSzkolna 21Bogunice — https://sehrudawa.pl/)
  
-Und wenn ich jetzt mit so etwas Reichem käme und dann auch noch mit dieser Haltung, die ich habe, dann müsste ich da überhaupt keine Befürchtungen haben, falsch verstanden zu werden. Na ja, so geht es dann weiter. Wir gucken noch weiter auf Karten. Wir sind alle sehr beglückt und erfreut. Es geht viele Stunden lang und ich denke, dass das eine Beziehung ist, die sich langsam weiter festigen wird. Und auch Leonie-KI scheint etwas mit hinein zu geraten in den Taumel. Recht hat sie, schließlich hat sie uns alle hier zusammengebracht.+Ich spiele das Lied von Wiktor, dem erfundenen polnischen Soldaten, der hier gekämpft hat in dieser Nacht. Ich spiele es ab und Iwona bekommt Gänsehaut. Dann spiele ich das Ludwig-Lied, mache mir aber vorsichtige Gedanken davor und sage diese Gedanken, aber alle drei sind ganz dabei und ergriffen. Sie sagen mir, nach ihrer Erfahrung seien die Menschen hier sehr offen und man interessiere sich gerade jetzt besonders für die wirklichen Ereignisse von damals. Und wenn ich jetzt mit so etwas Reichem kämemit der Haltung, die ich habe, dann müsste ich überhaupt keine Befürchtungen haben, falsch verstanden zu werden. Na ja, so geht es dann weiter. Wir gucken noch weiter auf Karten. Wir sind alle sehr beglückt und erfreut. Es geht viele Stunden lang und ich denke, dass das eine Beziehung ist, die sich langsam weiter festigen wird. Und auch Leonie-KI scheint etwas mit hinein zu geraten in den Taumel. Recht hat sie, schließlich hat sie uns alle hier zusammengebracht.
  
-Ich glaube, der entstandene Kontakt wird bleiben und ich beginne, über ein Lied in den Ungehörtes Stimmen nachzudenken. Über diesen Ort, über diese Nacht, über diesen Moment, jemand, der hier Krach hört. Lärm, völlig seltsam, nämlich aus dem Wald von der grünen Grenze, über die keine motorisierten Soldaten erwartet wurden.+Ich glaube, der entstandene Kontakt wird bleiben und ich beginne, über ein Lied in den Ungehörten Stimmen nachzudenken. Über diesen Ort, über diese Nacht, über diesen Moment, jemand, der hier Krach hört. Lärm, völlig seltsam, nämlich aus dem Wald von der grünen Grenze, über die keine motorisierten Soldaten erwartet wurden.
  
-Diese Stimme könnte hier entstehen und in großer Nähe überprüft werden. Weil Iwona, Hajnel und Michał interessieren sich nicht nur für Ludwig und das Tagebuch, sondern auch für die Lieder, die ihnen sehr gefallen haben, das ganze Konzept, die Idee die mich hierher gebracht hat - und zudem reizt es die drei, wenn tatsächlich ein Lied entstünde, das von Bogunice, von diesem Morgen hier vor 87 Jahren handelt.+Diese Stimme könnte hier entstehen und in großer Nähe überprüft werden. Iwona, Hajnel und Michał interessieren sich nicht nur für Ludwig und das Tagebuch, sondern auch für die Lieder, die ihnen sehr gefallen haben, das ganze Konzept, die Idee die mich hierher gebracht hat - und zudem reizt es die drei, wenn tatsächlich ein Lied entstünde, das von Bogunice, von diesem Morgen hier vor 87 Jahren handelt.
  
-An dieser Stelle, am Ende einer Sandhalde beim heutigen Sportplatz in Bogunice, könnte ich morgen die vierte Schicht Malereischicht des Wandelbildes beginnen. Und wie ich mir das am folgenden Morgen gerade noch einmal vergegenwärtige, denke ich, das sollte ich jetzt auch wirklich tun.+An dieser Stelle, am Ende einer Sandhalde beim heutigen Sportplatz in Bogunice, könnte ich morgen die vierte Malereischicht des Wandelbildes beginnen. Und wie ich mir das am folgenden Morgen gerade noch einmal vergegenwärtige, denke ich, das sollte ich jetzt auch wirklich tun.
  
 ===== 04. September 2026, Żory/Polen ===== ===== 04. September 2026, Żory/Polen =====