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Dies ist eine alte Version des Dokuments!


Schmuel sitzt

(Ostgalizien, Sommer 1939)

Schmuels Lied — entstanden im Gespräch zwischen Stefan Budian und Claude (KI) mit Suno (KI), April 2026



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[Verse 1] Mein Vater saß hier damals auch. Und sein Vater. Der Stein kennt uns. Wir kennen den Stein. Aus Deutschland kommen Nachrichten. Mein Schwiegervater hat alles gelesen — er ist fort, seit drei Jahren. Er schreibt: Komm. Komm sofort. [Verse 1 – Fortsetzung] Ich lese seinen Brief dann leg ich ihn weg und leg ihn in die Schublade zu den anderen Briefen. [Chorus] Es war schon einmal schlimmer. Und irgendwann wurde es wieder besser. Gott hat uns nicht verlassen in Mizrajim. [Zwischenstück] Aber ich sitze hier und der Abend kommt und ich weiß nicht was ich weiß. [Verse 2] Der Rabbi sagt: Vertrauen. Der Genosse sagt: Widerstand. Mein Sohn Mosche sagt: Palästina. Mein Weib sagt nichts aber ihre Hände falten und falten das Tuch auf dem Tisch. [Verse 2 – Fortsetzung] Ich hab Geld für drei Fahrkarten. Nicht für fünf. Wohin fahr ich ohne meine Mutter? Wen lass ich bei meinem Vater im Grab? [Bridge] In Deutschland haben sie Gesetze gemacht. Gesetze. Als wäre es gerecht. Mein Schwiegervater sagt die Deutschen sind anders. Nicht wie Kosaken. Nicht wie die Bauern nach Pogromen. Planmäßig. Das Wort hat er benutzt. Planmäßig. Ich weiß nicht was es heißt für einen Mann mit Raten und Schulden und für eine Mutter die nicht fort will. [Verse 3] Die Kinder spielen noch. Der Markt ist noch offen. Der Nachbar Jakow grüßt wie jedesmal. Vielleicht ist es gar nichts. Vielleicht ist Berl ein Schwarzseher. Vielleicht sind wir schon zu lange Juden in der Welt um noch zu wissen was nur Alltag ist und was ein Zeichen. [Chorus] Es war schon einmal schlimmer. Und irgendwann wurde es wieder besser. Aber ich sitze hier und der Abend kommt und mein Weib faltet das Tuch und ich falte Berls Brief und keiner sagt was wir beide denken. [Final Verse] Ich geh jetzt hinein. Nicht weil es sicher ist. Nicht weil ich weiß. Nur weil das Abendbrot wartet. Weil Mosche noch lernen muss. Weil meine Mutter den Schabbes bereitet. Weil man bis zum letzten Moment Mensch bleibt der heimwärts geht. Auch wenn er nicht weiß was Heimat heißt wenn die Heimat schon zerbricht.


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